Sonntag, 3. Januar 2016

Cantuccini

Ich weiß, ich weiß, vor ein paar Wochen habe ich hier im Blog geschrieben, dass ich eigentlich nicht besonders gerne backe und immer wieder komme ich dann mit neuen Rezepten an. Das hat momentan zwei Gründe:
1. Ich hab zwei ganz tolle Bücher gekauft. :) 
2. Mein Mann kocht sehr, sehr gerne und mittlerweile streiten wir uns regelmäßig um den Platz am Herd. Er hasst es aber regelrecht zu backen. Wenn ich also mal was leckeres ausprobieren will ohne mich am Herd zu streiten, dann muss ich backen (ein weiterer Pluspunkt war, dass ich ihn "ganz im Versehen" mit Mandeln abschießen konnte).

Da wir uns  vor Weihnachten eine neue Kaffeemaschine gekauft haben, die sogar Milch aufschäumen kann, haben ich mir gedacht, dass Cantuccini zu unserem super Kaffee/ Cappuccino/ Latte Macciato/ Espresso auch sehr lecker wären. 


Cantuccini



Zutaten:

Hauptteig:

300g Mehl
1 gestr. TL Backpulver
175g Rohrzucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Salz
50g weiche Butter
2 Eier

helle Cantuccini

geriebene Schale einer Zitrone
4 Tropfen Bittermandelaroma
200g geschälte Mandeln

dunkle Cantuccini

70g gehackte Walnusskerne
1 EL Kakaopulver



Zubereitung:

Man kann natürlich auch geschälte Mandeln kaufen, dann kann man sich den ersten Schritt in einer Vielzahl von Einzelschritten sparen. Nachdem wir allerdings keine geschälten Mandeln bekommen haben, mussten ich zuerst mal schälen. Insgesamt bekommen die Mandeln für dieses Rezept eine wahre Schönheitsbehandlung. 

Zum Schälen der Mandeln Wasser im Wasserkocher abkochen, die Mandeln in eine hitzebeständige Schüssel geben, mit dem kochenden Wasser begießen und die Schüssel mit einem Teller abdecken (Badezeit der Mandeln ca. 5 Minuten). In der Zwischenzeit habe ich Butter und Eier aus dem Kühlschrank geholt (mir hat mal jemand gesagt, dass man keine kalten Eier und keine kalte Butter verwenden soll) und die Zitrone gewaschen und abgerieben. Backofen auf 200 C° vorheizen.

Nach 5 Minuten die Mandeln in ein Sieb abgießen. Jetzt ist die Haut ganz locker und man kann die Mandeln mit Hilfe eines Küchentuchs einfach aus der Haut rubbeln oder wahlweise aus der Haut rausknipsen (das knipsen macht mir mehr Spaß, schließlich kann ich dann, wie oben erwähnt, ganz zufällig meinen Mann ein bisschen ärgern).

Nachdem die Mandeln wunderbar gepeelt sind, bekommen sie noch einen Aufenthalt im Solarium. Dafür die Mandeln auf ein mit Backpapier bestücktes Backblech legen und ca. 10 Minuten rösten. Dann abkühlen lassen. Im Anschluss die Walnüsse hacken. Hierfür habe ich eine "Spezialetechnik" (wahre Bäcker aus Leidenschaft ignorieren das jetzt einfach). Walnüsse in einen Gefrierbeutel geben, den Beutel mit einem Clip erschließen (ganz wichtig die Luft rauslassen) und dann mit einem Fleischklopfer (Vegetarier nehmen ein hammerähnliches Küchenwerkzeug) klein hauen. Das macht auch Spaß :)

Jetzt wird der Hauptteig zubereitet: Mehl und Backpulver in eine Schüssel sieben. Zucker, Vanillezucker, Salz, Butter und Eier hinzugeben und den Teig mit einem Rührgerät zu einem glatten Teig verarbeiten. Bei mir hat sich in diesem Moment wieder der Backdepp gezeigt: mein Teig wurde nicht glatt sondern fisselig, also hab ich mit den Händen nachgeknetet. Jetzt wird der Teig auf zwei Schüsseln aufgeteilt. Helle Cantuccini: 2/3 des Teiges in eine Schüssel. Dunkle Cantuccini: 1/3 des Teiges in die andere Schüssel. Dann in die Schüssel für die hellen Cantuccini Zitronenschale, Bittermandelaroma und die gerösteten Mandeln geben und alles unter den Teig kneten (am besten mit der Hand). Ebenso mit den Zutaten für die dunklen Cantuccini und dem Teig verfahren.

Jetzt werden die Teige auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu ca. 10 cm langen Rollen mit 3 cm Durchmesser gerollt, dann für 30 Minuten kaltgestellt.
Die Rollen auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech bei 180   C° 10 Minuten vorbacken, dann aus dem Backofen nehmen und die Rollen in 1cm breite Scheiben schneiden (laut Backbuch nimmt man am besten ein Sägemesser). Die Cantuccini mit der Schnittfläche nach oben weitere 10 Minuten goldbraun backen. Bei mir hats noch ein paar Minuten Verlängerung im Backofen gegeben. Leider sind aus meinen hellen Cantuccini zunächst etwas größere Kekse geworden, ich hab sie dann aber noch warm in schöne Scheiben geschnitten (lag vermutlich an meinem Unvermögen). Die Cantuccini auskühlen lassen und dann zum Kaffee genießen.

Fazit:

Das Gebäck ist wirklich lecker, macht aber meiner Meinung nach eine riesen Arbeit. Die Arbeit lohnt sich zwar, allerdings müssen diese Cantuccini jetzt eine Weile reichen.

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